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Food Coop

food-coop[at]transition-regensburg.de

 Grüner Zettel

Wir sind die erste Lebensmittelkooperative in Regensburg. Unser Anliegen ist es, hauptsächlich lokale Erzeugnisse für unsere Ernährung zu beziehen. Wir treten als Gruppe auf, die sich persönlich kennt, und erhalten als Großabnehmer von Bauern/Anbietern aus der Region ihre Produkte zu einem günstigen und fairen Preis. Dafür nehmen wir aber auch z.B. das Gemüse, das der Bauer auf dem Markt nicht mehr verkaufen konnte. Neben einer Grundausstattung an Gemüse können zusätzlich Eier, Käse, Säfte, Honig, Brot und Obst bezogen werden.

Jeder Abnehmer der Food-Coop kann dann einfach in unseren „Gemüsekeller“ im Wechselwelt-Laden gehen, und sich seinen Bedarf für die Woche, gemäß seiner Bestellung, selbstverantwortlich holen.

Was ist die Transition-food coop? Der folgende Text wurde gemeinschaftlich erarbeitet. Und er ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Jeder (neue oder alte) der sich dazu einbringen will ist eingeladen das auf unserem grünen Zettel zu tun!

Vielfalt und Bewusstsein
Unsere Lebensmittelkooperative besteht aus einer offenen Gruppe von Menschen. Und das was wir mit der Kooperative verbinden ist so vielfältig wie so eine Gruppe von Menschen nur sein kann…zum Glück. Denn Vielfalt ist uns wichtig.

In großen Kaufhäusern werden im Allgemeinen nur die „beliebtesten“ Gemüsesorten in standardisierter Form angeboten. Gleichzeitig werden sie aus ganz Europa, teilweise aus der ganzen Welt zu uns transportiert. Das verschlingt nicht nur eine Menge Treibstoff (Klimawandel), sondern auch eine große Menge an Wasser (UNESCO Weltwasserjahr 2013), was dieser Planet langfristig nicht liefern kann. Neben dem Verschlingen von Ressourcen, beeinträchtigt man dabei oft die lokale Versorgung und Wirtschaft dieser Exportländer. Um so sinnvoll wie möglich mit unserem Planeten umzugehen, wollen wir die (alltäglichen) Produkte nicht unnötig reisen lassen – wenn wir sie genauso gut direkt vor Ort erhalten/herstellen können.

Darum unterstützen wir mit unserer Kooperative (viele, kleine) regionale Bauern und Erzeuger, damit wir diese Vielfalt erhalten können. Diese können besser als große Discounter eine Vielzahl alter wie neuer, saisonaler Gemüsesorten anbieten. Wir bieten ihnen als Kooperative dafür die Gewissheit, dass sie mit uns einen sicheren Abnehmer haben. Und das schließt auch die Abnahme von Lebensmitteln ein, die nicht so “ideal aussehen”,die aber deswegen keineswegs schlecht sind. Damit helfen wir ihnen auch mal durch ein schlechtes Jahr und freuen uns über das Mehr in einem guten Jahr.

Dabei legen wir natürlich auch Wert auf eine möglichst ökologische Landwirtschaft. Selbst in der Fachwelt herrscht (im besten Falle) Unklarheit darüber wie sich der Cocktail aus künstlichen Düngern und Spritzmittel auf uns (direkt oder über die Umwelt) auswirkt. Ganz zu schweigen davon, dass dabei die Grundlage für die Landwirtschaft, der Boden, langfristig zerstört wird, denn auch der braucht Vielfalt. Eine Vielfalt eines ausgewogenen Lebens, das Pestizide, Herbizide etc. vernichten. Auch sind schnellwachsende, überdüngte Sorten meistens nicht so vielfältig im Geschmack und den Inhaltsstoffen. Da wir noch eine junge Kooperative sind gehen wir in Sachen Bio jedoch noch kleine Kompromisse ein, da unser Hauptaugenmerk auf regionalem, saisonalem Angebot liegt. Die Kompromisse sind aber sehr gering! Unser Gemüsebauer hat z.B. kein Verbandsbiosiegel (wie z.B. Naturland), sondern “nur” das EU Bio-Siegel. Das halten wir aber für ausreichend, trotzdem plant er  einen möglichen Wechsel zu einem Verbandssiegel.

Als sichere Großabnehmer für die Bauern und mit unserem System „Alles für Alle“ (unten beschrieben) erhalten wir die Lebensmittel dann sogar etwas günstiger als so mancher Bioladen – was auch Studenten, und jeden der nicht so viel Geld im Monat zur Verfügung hat die Möglichkeit gibt, gesunde regionale Lebensmittel zu erwerben.

Um das alles wirklich gut und konsistent umsetzen zu können, müssen wir natürlich auch unsere Lebensgewohnheiten umstellen. Wir brauchen also auch einen gesellschaftlichen und persönlichen, psychologischen Wandel. Das spiegelt sich in unserem Verteilungssystem „Alles für Alle“ wieder. Wir erhalten die Lieferungen der Bauern an unseren Umschlagsort. Dort werden die Lebensmittel von (wöchentlich wechselnden) Helfern aus der Gruppe ausgelegt. In den folgenden Tagen können sich dann die Mitglieder der Kooperative die Lebensmittel nehmen, wie sie sie benötigen. Abgesehen von Zusatzbestellungen wie Eier, Käse, Brot, etc. zahlt jeder der Gruppe 5, 10, 15 oder 20 Euro (je nachdem wieviel sie in der Woche brauchen) und holt sich dann einfach was er braucht. Da wir die Lebensmittel zu recht günstigen Konditionen erhalten kommt dabei auch im Allgemeinen niemand zu kurz.

Wir nehmen dabei gern in Kauf, dass das Angebot saisonal ist (also je nach Jahreszeit stark schwankt), dass die Qualität nicht über das ganze Jahr perfekt konstant bleibt, dass es mal „nur“ noch Sorten gibt, die nicht unsere erste Wahl sind und wir dadurch die Möglichkeit haben neue Dinge probieren zu können. Und trotzdem; selbst die letzten die in einer Woche ihre Lebensmittel abholen erhalten nicht unbedingt „Reste“ (wenn doch, können wir das ausgleichen, außerdem „Freiheit der Wahl ist keine psychologische Freiheit!“). Das ist ein sehr freies Konzept, das aber funktioniert; zumindest für eine Gruppe von Leuten unserer Anzahl, die trotz ihrer vielfältigen Ansichten und Geschmäcker mit Leidenschaft gemeinsame Ziele verfolgen. Wir wollen eine Gemeinschaft bilden, in der sich die einzelnen Personen unterstützen und helfen und flexibel nach Lösungen suchen, falls Probleme auftreten.

Wir sind immer offen für Neues. Nur weil wir uns mit den lokalen Ressourcen begnügen, soweit es möglich ist, sind wir trotzdem offen für die ganze Vielfalt der Welt. Gemäß dem alten Spruch „Think globally, act locally“.

Ablauf

Der Gemüsekeller der Food Coop ist im Umsonstladen der Wechselwelt, Steckgasse 6.

Wir erhalten jede Woche mittwochs eine Gemüselieferung von einem Bauern aus der Region mit seinen jeweils saisonal verfügbaren Erträgen. Das ist für unseren Basisbedarf und er wird monatlich bestellt. Deswegen ist ein Bei- und Austreten nur monatsweise möglich. Das garantiert mehr Stabilität in der Gruppe, Sicherheit für den Bauern und weniger Arbeit für diejenigen, die die Bestellungen tätigen.

Zusätzlich bekommen wir wöchentlich von verschiedenen regionalen Erzeugern (so regional es geht) Eier, Brot und Käse.

Daneben gibt es noch spezielle Bestellungen von Honig, Säften, Streuobst und Nüssen, falls diese gerade von einem Erzeuger verfügbar sind und sie bestellt werden.

Das Brot wird uns Dienstag morgen in den Laden geliefert, das Gemüse und die Eier am Mittwoch zwischen 14:00 und 15:00, was von Helfern aus der Food Coop entgegengenommen und auf Kisten verteilt wird. Der Käse wird von einem weiteren Helfer aus unserer Gruppe in den Laden gebracht.

Zu den normalen Öffnungszeiten des Umsonstladens (Mi 17:00-20:00, Fr 11:00-17:00) können dann die Lebensmittel abgeholt werden. Die Lebensmittel, die am Freitag um 15:00 noch nicht geholt wurden (abgesehen von denen die sich länger im Keller halten), werden dann vom Keller in den Laden hochgestellt (spätestens Samstag vormittags) und können von jedem Besucher umsonst mitgenommen werden. Dies dient dazu die sonst verderbenden Lebensmittel nicht wegwerfen zu müssen.

Im Folgenden sind noch weitere, genaue Informationen dazu, was einen erwartet, wenn man mitmachen möchte und wie alles abläuft.

Unsere Lieferanten:
Gemüse und Eier: Hans Schlegl aus Regensburg/Kager (EU-Bio-Siegel)
Obst, Säfte und Eier: Streuobsthof Stöckl www.streuobsthof-stoeckl.de
Käse: Käse Wiese Regensburg www.kaese-wiese.de
Brot: Gottschaller Biohofbäckerei http://www.biohofbaeckerei.de/
Honig: Klaus Kronfeldner aus Elisabethszell (Bayerischer Wald)

Von allen Lieferanten erhalten wir Vergünstigungen! Einerseits, weil wir ein Großabnehmer sind. Andererseits, weil wir gerne den „Ausschuss“ abnehmen. Ausschuss bedeutet hier aber keineswegs, dass es sich um halb verrottete oder schlechte Lebensmittel handelt. Zum Beispiel: Wir nehmen auch das Gemüse, dessen Gestalt nicht optimal/standard ist. Dieses kann vom Bauern oft nicht am Markt verkauft werden (und wird evtl. weggeworfen), da viele Menschen das „nicht schön“ finden, obwohl es genauso frisch und gut ist, wie anderes Gemüse.

Mitmachen:
Wer mitmachen möchte, kommt einmal zu einem unserer monatlichen Food Coop Treffen im Umsonstladen der Wechselwelt. Dort können dann alle noch offenen Fragen beantwortet werden, und wir können den Gemüsekeller und Ablauf zeigen. Daraufhin erhält man Zugang zu unserem Bestellsystem, das man über www.wimmerp.de/foodcoop aufrufen kann. Unter „Bestelldaten ändern“ kann man die Größe der Gemüseeinheit (5, 10, 15 oder 20 Euro) wählen und evtl. Zusatzbestellungen angeben.

Bestellungen:
Man kann als Grundbedarf aus vier verschiedene „Mengen“ auswählen: Gemüse im Wert von 5, 10, 15 oder 20 Euro. Hier kann man nicht im Detail bestellen, was genau man haben will. Der Gedanke ist vielmehr, dass wir nehmen, was gerade saisonal zur Verfügung steht.
Die Bestellungen werden monatlich durchgeführt!
Damit die Bestellungen trotzdem nach den groben Vorlieben von uns angepasst werden können, kann man auswählen, ob man Koch-, Salatgemüse und/oder Kohl möchte.
Weiterhin kann man hier auch ganz direkt bestimmte Mengen Brot (Mengen á 2€), Käse (á 4€) und Eier(0,25/0,28€ pro Stück) bestellen.
Zuletzt gibt es noch einmalige Angebote wie Säfte, Nüsse und Honig.

Kostenverrechnung:
Die Kosten werden abgerechnet, indem man Geld auf das Food Coop Konto überweist (auch PayPal möglich), das von Paul Wimmer geführt wird. Dieses Geld wird als Guthaben gutgeschrieben und davon die Ausgaben beglichen.
Als Erstes werden einmalig vom Guthaben 10€ abgezogen als Pfand. Diese 10€ erhält man beim Austritt wieder zurück. Dieser Pfand ist für die Kisten in denen das Gemüse lagert.
Die Kosten für die Lebensmittel werden dann jeweils am Anfang einer Woche vom Guthaben abgezogen. Deswegen ist es wichtig, dass man darauf achtet, dass man genug Guthaben hat! Wer kein Guthaben mehr hat, bekommt eine Erinnerungsmail. Und wer bis zur Bestellung sein Guthaben bis zur Bestellung nicht aufgeladen hat, hat nicht bestellt!
Die Bestellungen werden montags gemacht, also hat man noch bis zum Wochenende Zeit, sein Geld zu überweisen.
(Vom gesamten Geld der Food Coop werden 3% zurückgelegt als Sparguthaben, 2% geht an Transition Regensburg für die organisatorische Struktur, und 10€/Monat geht an Wechselwelt in das Crowdfunding für die Ladenmiete des Umsonstladens.)

Abholung:
Die Lebensmittel kann man jede Woche zu den Öffnungszeiten des Wechselwelt-Umsonstladens am Mittwoch von 17:00-20:00 und Freitag 11:00-17:00 abholen. Allerdings gilt Gemüse und Brot, dass bis Freitag Abend nicht geholt wurde als „übriggeblieben“ und kann von jedem (zusätzlich) genommen werden. Samstag Morgen wird der Rest in den Laden hochgestellt und verschenkt.
Im Keller des Umsonstladens ist das Gemüse in Regalen in den Kisten ausgelegt und jeder kann sich dort selbstverantwortlich Gemüse in dem Wert seiner Bestellung nehmen.
Als kleine Hilfe für einen selbst, wie viel man gerade nimmt, gibt es eine Waage und eine grobe Preisliste für die verschiedenen Gemüsesorten.
Es liegt auch ein Brett und ein Messer bereit, falls man z.B. keine ganze Sellerieknolle will, sondern eine Halbe reicht.

Die Eier und das Brot liegen auch im Keller bereit und können von den entsprechenden Bestellern mitgenommen werden. Der Käse ist im Kühlschrank des Ladens, oben, in einer kleinen Box eingesperrt (der Schlüssel dazu ist im Keller).

Weiterhin liegt im Keller eine Liste der Besteller, an der man sich abhakt, wenn man seinen Teil genommen hat. Damit man auch einen direkten Überblick bekommt, wie viel Gemüse schon abgeholt wurde und für wie viele Leute das Gemüse noch reichen sollte, hängt im Keller eine Wäscheleine und Wäscheklammern mit einer Trennmarkierung. Jede Klammer repräsentiert 5€, und die Klammern auf der einen Seite stehen für das Gemüse, das noch nicht geholt wurde, und die auf der anderen Seite für das abgeholte. Jeder der also seinen Anteil abgeholt hat, hakt sich in der Liste ab und hängt die entsprechende Anzahl an Klammern (2 Stück wenn man für 10€ nimmt) auf die andere Seite. Das ist vor allem wichtig, für die letzten Abholer. Wenn jemand sieht, dass z.B. noch ein paar Leute kommen, aber kaum mehr Karotten da sind, aber noch sehr viel Spinat, ist er vllt so nett und nimmt sich selbst auch nicht mehr so viele Karotten und stattdessen mehr vom Spinat, damit auch die Letzten noch Karotten haben können.

Bis jetzt hat dieses recht offene System, das wir „Alles für Alle“ genannt haben, sehr gut für unsere nicht all zu große Gruppe (ca. 45 Leute) funktioniert. Die Gefahr, die auch wir anfangs gesehen haben, dass die ersten Abholer die beliebten Sorten nehmen, und die Letzten nur noch die Reste bekommen, die eigentlich keiner mag, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt!

Es stimmt, dass die letzten Abholer in der Woche nicht mehr eine so große Auswahl an verschiedenen Gemüsesorten vorfinden. Das war aber bisher immer in einem vertretbaren Rahmen. In den wirklich extrem seltenen Fällen, in dem jemand zu kurz kam, konnte demjenigen auch über das Sparguthaben etwas gutgeschrieben werden.

Es geht aber jeder Abholer offensichtlich sehr verantwortungsvoll mit den Lebensmitteln im Keller um, und durch die großen Vergünstigungen erhalten wir immer sehr viel Gemüse für das Geld.